QLB-Meditation: Der Mut, einfach da zu sein
Gestern Abend fand unsere erste Atemmeditation in der Gruppe statt.
Für die Teilnehmer war vieles neu. Für mich war es ebenfalls ein kleines Experiment.
Lassen sich Menschen darauf ein, wenn sie Atemarbeit noch nie erlebt haben? Fühlen sie sich sicher genug, ihren Gefühlen zu begegnen? Auch dann, wenn diese Gefühle unangenehm sind?
Interessant ist, dass Sorgen fast immer in der Zukunft leben.
Sie beschäftigen sich mit Dingen, die noch gar nicht passiert sind.
Und wie so oft zeigte sich: Keine meiner Sorgen war nötig.
Jeder Einzelne ließ sich auf die Atemreise ein. Jeder auf seine eigene Weise.
Der Sommertag hatte uns ordentlich eingeheizt. Mit der untergehenden Sonne wurde die Luft milder. Der Raum wurde ruhiger. Die Aufmerksamkeit richtete sich nach innen.
Während der Atem seine Arbeit machte, entstand etwas, das sich nicht planen lässt.
Vertrauen in die eigene Erfahrung.
Am Ende des Abends war ich auch ein wenig stolz. Eine ganze Stunde lang konnte ich den Raum so halten, dass jeder sich sicher fühlen und ganz bei sich sein konnte. Später dachte ich darüber nach, was diesen Abend eigentlich besonders gemacht hat.
Vielleicht suchen wir oft nach Methoden, Antworten und Lösungen. Doch Veränderung beginnt häufig viel früher.
Veränderung beginnt mit der Erlaubnis, sich selbst zu begegnen.
Sich zu trauen, so zu sein, wie man ist.
Ehrlich zu sein.
Echt zu sein.
Vor allem sich selbst gegenüber.
Denn genau dort entsteht Klarheit.
Nicht, weil wir sofort Antworten finden. Sondern weil wir den Mut haben hinzuschauen.

